Ohrwurm gefällig?

Bitteschön (aber Vorsicht, der hält locker den ganzen Tag): Im weißen Rössl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür. Und ruft Dir zu: guten Morgen! Tritt ein und vergiss Deine Sorgen!


Gerne, aber müssen wir n andernmal machen. Da war heute n bissken Wasser dazwischen – und nebenbei die vielbefahrene Bundesstraße. Das sind mal Sorgen 😝

Aber das waren auch schon die größten Probleme unserer heutigen Tour. Es war einfach un-be-schreib-lich schön! Ist ja auch kein Wunder, denn: im Salzkammergut da kann man gut… ja sicher, lustig sein, aber auch: Radfahren! Über sattgrüne Almwiesen 


vorbei an atemberaubenden Bergwelten


durch farbenprächtige Laubwälder

Serpentinen hoch und runter 

durch tiefe Schluchten


und nicht zuletzt vorbei an traumhaften Seen



Also falls Ihr mal hier in der Ecke Radfahren möchtet: das hier ist ein absolutes Muss:

Postalm-Runde


Jetzt sind die Beine müde und wir auch, mir fallen grad schon die Augen zu – ich hoffe ich träum nicht von Peter Alexander 😳

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Schnürleregen

Die Wettervorhersage hat nicht gelogen: heute gab es (zumindest den halben Tag lang) den berühmten Salzburger Schnürleregen. Aber da wir nach der gestrigen Tour sowieso gut etwas Erholung vertragen konnten kam der uns gerade recht. Also Pause heute. Okay, besser gesagt AKTIVE Pause 😊

Salzbergwerks-Besuch

Lammerklamm-Wanderung

Badeparadies mit Rutsche – und kleiner Schwimmeinheit


Morgen geht’s auf musikalische Zeitreise, daher jetzt nur noch schnell: a guate Nocht mitanand!

Ohrenzeuge

Ort: Scheitelpunkt der Rossfeld-Panoramastraße auf 1570m Höhe

Protagonisten: drei (sichtlich geschaffte) ostwestfälische Hobby-Rennradfahrerinnen sowie ein männliches Pendant, treffen sich oben am Aussichtspunkt.

Er: „Seid Ihr die Nordrampe hier hoch gefahren“? Eine der Fahrerinnen: „Hm-hm“. Er: „Ätzend oder“? Alle drei gleichzeitig voller Inbrunst: „JAU“!!!

Dabei sah das ganze auf komoot gar nicht so heftig aus… Gut, vielleicht hätte man vorher doch mal bei quäldich.de nachsehen sollen um dort dann folgendes zu lesen: Der gesamte Anstieg bietet eigentlich keine Flachstücke zum Erholen, er ist geprägt von längeren Rampen bis zu 14 %. Auch im Übrigen dürfte die Steigung kaum darunter sinken! Ähm… ja. Sorry Mädels, mea culpa (ich hab das echt gerade erst gelesen!)! Und die Abschnitte vorab mit über 20% Steigung (an denen selbst schieben ne Herausforderung war) waren da irgendwie auch gar nicht ersichtlich… Ganz zu schweigen vom erneut heftigen Anstieg Richtung Bad Reichenhall auf dem weiteren Weg 😥

Aber zum Glück haben fantastische Aussichten, atemberaubende Abfahrten und einige entspannte Dahinrollphasen auch für ganz viel entschädigt – und das ganze bei traumhaftem Wetter vor grandioser Alpenkulisse:


Morgen soll’s ordentlich regnen – und irgendwie ist gerade keine von uns so richtig traurig darüber. Es wird gemunkelt dass das etwas damit zu tun haben könnte dass es hier im Ort ein feines Thermalbad mit spitzen Wellnessbereich gibt. Nee, wat willste denn auch anderes machen bei so nem Mistwetter 😊

Topp, die Wette gilt!

Die Hobby-Rennradfahrerinnen Marina, Anne und Dani aus Paderborn wetten, dass sie ihre drei Räder, 6 Taschen sowie sich selbst in einem herkömmlichen Golf unterbringen UND sich damit innerhalb von 8 Stunden vom beschaulichen Ostwestfalen ins Salzburger Land befördern können. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um etwa 6 Stunden…


Wenn wir damit mal nicht sogar Wettköniginnen werden! 

Wie auch immer: wir sind wohlbehalten und ohne größere Zwischenfälle im Tennengau angekommen und haben uns schon gut akklimatisieren können…






Die Wettervorhersage ab Sonntag ist mehr als durchwachsen, also nutzt es nix, müssen wir die Königsetappe wohl auf morgen vorziehen und ohne weiteres Warmfahren durchstarten:


Uaaahh… 😳 

Schaun mer mal 😊

Sauerland-Marathon Teil 2

Hömma Sauerland, geht et noch? Da quälsse uns am ersten Tag schon ordentlich mit die ganzen Berge und packss das Hotel auch noch auf’n fetten Hügel den man sich zum Schluss hochasten muss, und dann meinsse dass wir am zweiten Tag das Ganze nochmal hoch zwei schaffen? Nee nee, nich mit uns, da kürzen wir doch mal einfach ab, ätsche!


Wobei, mal ernsthaft: die letztendlich noch 100 km vom zweiten Tag (statt geplanter 130) mit fetten, teils 15%igen Steigungen kann man jetzt auch nicht gerade als Cappuccinofahrt bezeichnen, und zudem waren wir auch echt noch ordentlich geschlaucht vom Samstag, was die Rückreise gefühlt dreimal so anstrengend gemacht hat. Glücklicherweise verblassen die Erinnerungen an Schmerzen erfahrungsgemäß ja ganz schön flott – und was bleibt sind die Eindrücke eines fantastischen Tages bei Bilderbuch-Rennrad-Wetter, u.a. mit dem tollsten Streckenabschnitt der ganzen Tour (meiner Ansicht nach zumindest) von Faulebutter über Kuckuck nach Schliprüthen (absolut GENIALE Abfahrt). Landschaftlich fällt mir echt nix mehr ein, wirklich toll, teilweise fehlte für das echte Alpenfeeling nur noch der Kuhglockensound – na gut, und diese 3000er-Riesen hinter den Almwiesen am Horizont. Aber sonst? Top, und dazu direkt vor der Haustür.

Tjaaa, und dann haben wir uns ja dieses Mal diese Gepäckservice-Geschichte gespart und sind mit Rucksäcken gefahren… und das ging gut, sehr gut sogar! NOCH besser wäre es gewesen wenn unsere Abfahrt (und somit Ankunft am Hotel) am Samstag etwas früher hätte stattfinden können, aber aufgrund der später in Aussicht stehenden Wetterbesserung an diesem Regentag hatten wir ja alles etwas nach hinten hinausgezögert. Ergebnis: unterwegs weniger Regen, dafür abends keine Zeit mehr die Klamotten zu waschen UND bis zum nächsten Morgen trocken zu kriegen. Da haste dann die Qual der Wahl: am Sonntag in nicht durchgetrockneten Trikots den Tod holen – oder muffen. Wir haben uns logischerweise für letzteres entschieden. Einen Tag geht das auch echt mal, wobei die Kellnerinnen im Zwischenstopp-Café am Hennesee wahrscheinlich Streichhölzer gezogen haben welche von denen zu uns an den Tisch gehen muss (Ey Mädels, jetzt hab ich’s, wahrscheinlich war der Service DESWEGEN so grottig?!).

Alles in allem war es ein grandioses Wochenende! Und in die Ferne schweifen ist gar nicht immer unbedingt notwendig – wobei… in ein paar Wochen sind wir auch wieder in weiter entfernten Gefilden unterwegs… Mehr dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt…

Sauerlandradmarathon, erste Halbzeit

Kerl, fährsse ins Sauerland, kannze wat lernen, woll?!
1. Sozialwissenschaften: Samstagvormittags in Brilon-Wald am Bahnhof starten ist eine geniale Idee – sofern man Kontakt zu Willingen-Sauftouristen knüpfen möchte, die genau dort vom Zug in Busse und Taxen umsteigen um zu Siggis Hütte zu gelangen – was bekannterweise nur gut vorgeglüht funktioniert 👍🏼 Genau diese lustigen Gesellen freut es dann ungemein wenn drei Mädels sich an ihren Autos für eine Tour vorbereiten und sich dabei gewissermaßen auch noch irgendwie umziehen – auch wenn’s sich nur um das Anlegen von Beinlingen handelt. 

2. Physik: Regenjacken ohne Gore Tex sind sehr praktisch zu transportieren, da sie weniger als 100 Gramm wiegen und sich auf die Größe eines Willingen-Sauftouri-Gehirns zusammenfalten lassen. Ein Vorzug der sich allerdings zu Lasten der Atmungsaktivität auswirkt – wie hieß nochmal diese Fleisch-Garmethode in Plastiktüten? 

3. Geographie: Das Sauerland schlägt erbarmungslos zurück wenn man es vorher in einem Bligbeitrag als Alpen für Arme verunglimpft hat: mit Starkregen, Sturmböen, Schlaglöchern, mit Rollsplitt gespickten Abfahrten und nicht zuletzt mit Anstiegen die denen in den Alpen in nichts aber auch gar nichts nachstehen – allerdings um sich direkt nach der nächsten Kuppe/Kurve/Serpentine von seiner allersüßesten versöhnlichen Seite zu zeigen: herrliche sonnige Ausblicke, wunderschöne Fachwerkdörfer, herzliche Einwohner („Dat is das Sauerland! Da is nix flach!“) – im Ernst jetzt: ich hätte nicht erwartet dass es hier SO schön ist! 

4. Mathematik: Berg + Steigung + Steigung + Steigunghochzwei + Serpentinen x müde Beine = Aua aua aua aua aua. Da setzt der Rechner im Kopp auch schon mal aus (ich: „Okay, es ist zwanzig vor acht, um im Hotelrestaurant noch was zu essen zu kriegen müssen wir um acht da sein – also für jede von uns 10 Minuten zum Duschen!“).

Genug gebüffelt – morgen ist ja auch noch ein Tag, ich bin jetzt mal weg…
 In Winterberg, lebt ein Gartenzwerg… Hömma, is da wer an den Rädern zu Gange? 

On the road again

Was? Ein Jahr ist das fast schon wieder her mit unserem kleinen Alpen-Abenteuer? Allerhöchste Zeit dass wir uns mal wieder aufmachen – nicht dass wir zwischenzeitlich nur untätig auf’m Sofa rumgelungert hätten. Es gab schon sehr schöne Ausfahrten dieses Jahr, darunter ein paar RTFs, und abgesehen vom Radfahren auch noch die vierte gemeinschaftliche Herrmannslauf-Auflage samt gemeinsamer Vorbereitungsläufe den Winter über. Herrlich. Aber das ist natürlich alles kein Vergleich zu einer ordentlichen Mehrtagestour! Bis zur nächsten größeren Aktion ist es noch ein wenig hin – also schieben wir doch einfach kurzerhand noch einen 2-Tages-Trip in die Alpen für Arme vor der Haustür ein: ab ins Sauerland!

 

Eigentlich dachten wir an eine nette Runde von zu Hause aus mit Übernachtung am Hennesee, aber wie das Schicksal so spielt war genau an unserem Doodle-Termintreffer-Wochenende das entsprechende Hotel nicht mehr buchbar. Und dann ist Marina auch noch dieser Flyer von der Sauerländer Bike-Arena in die Hände gefallen, mit ein paar netten Runden, und… Trommelwirbel… dem großen Sauerland-Marathon J Das ist doch unser!!

 

Also flugs Route gecheckt, Hotel auf halber Strecke gebucht, Anreise geklärt – und morgen früh geht’s los! Diesmal aber ohne Gepäckservice, also mit Minimalausstattung auf dem Rücken, erst auf vier Rädern bis nach Brilon-Wald, von dort aus weiter auf zweien über Willingen, Medebach, Altastenberg, über die sieben (oder wer weiß wie viele) Berge bis nach Kirchhundem. Da dann duschen, Klamotten waschen, essen, trinken, schlafen, essen, aufs Rad setzen und die ganze Schose „obenrum“ über aufregend klingende Orte wie Finnentrop, Schliprüthen, Mathmecke, Bödefeld, Brunskappel u.v.m. wieder zurück. 242 km mit 4500 Höhenmetern. YES!! Noch freu ich mich drauf… Wenn nur diese Wettervorhersage nicht wäre… Dabei haben wir unsere Teller wie immer doch fein leer gegessen. Aber wir werden sehen, wird schon nicht so schlimm werden, und der Sonntag soll dann schon wieder versöhnlicher sein mit etwas Sonne und wenig Regenwahrscheinlichkeit.

 

Also dann, flott ins Bett und noch versuchen etwas Schlaf zu bekommen – schaun mer mal…

Epilog

Wenn die Tour de France schon einen Prolog hat können wir uns ja wohl auch einen Epilog gönnen 😁

Top-Wetter + ausgeruhte Beine + Urlaubstag + nicht akzeptieren wollen dass diese Reise einfach so aufhört =

Und nette Hügel gibt’s hier schließlich auch! 

Wenn Engel reisen

  • 5 Tage
  • 450 km
  • 5500 Höhenmeter
  • 2 Pässe (+ diverse kleinere nicht erwähnenswerte)
  • 4 Länder
  • Kein Sturz (außer 2 Umfaller von Marina wegen „Arschloch- Klickpedalen“)
  • Keine Panne
  • Keine Verletzungen (außer Marinas aufgeschlagener Knie vom Umfallen)
  • 3 glückliche Freundinnen die bereits neue Pläne schmieden

Was sind wir doch für Glückskinder. Alles hat reibungslos geklappt – abgesehen von einem von der Bahnmitarbeiterin bei Buchung nicht reserviertem Schlafabteil auf der Rückfahrt, was uns einige Diskussionen mit dem Personal beschert hat – aber zum guten Schluss hat man uns dann doch in das gebuchte 3-Quadratmeter-„Appartement“ gelassen. Wir sind nach der langen Rückreise zwar im wahrsten Sinne ordentlich gerädert 😝, aber da gibt es ja wirklich Schlimmeres.

Das Wichtigste: wir haben alles unversehrt überstanden: keine Ausfälle, keine Verletzungen, keine Defekte. Das Krasseste: während der Fahrt KEINE EINZIGE Wolke vor der Sonne, was uns in einigen Momenten gerade um die Mittagszeiten zwar auch dazu gebracht hat selbige in allen gerade greifbaren Formulierungen zu verfluchen, aber gegen Regen und wolkenverhangene Bergketten hätte das dann doch niemand von uns eintauschen wollen. Dank Lichtschutzfaktor 50 haben wir auch die langen Etappen tatsächlich durchweg ohne Sonnenbrand überstanden – nur bekloppte Ränder an Armen, Beinen und Händen werden uns noch ein paar Tage als Andenken bleiben. Aber auf die Radfahrerbräune ist man ja irgendwie auch ein bisschen stolz 😁 Verrückterweise ist uns am letzten Tag von Norden her eine Wolkenfront gefolgt, und nach Ankunft am Gardasee hatten wir noch etwa 10 Minuten Sonne bevor sich der Himmel zuzog und es sogar ein paar Tropfen geregnet hat 😳 Manchmal bin ich ja geneigt, nicht an Zufälle zu glauben… Dann schon eher an die positiven Energien die wir von so vielen von Euch über sämtliche erdenkliche Kommunikationswege empfangen haben! Danke Danke Danke für Euer Mitfühlen, Motivieren, Teilhaben und virtuelles Schulterklopfen, das war großartig!!

Gelernt haben wir natürlich auch was: viel Gepäck braucht’s eigentlich gar nicht – es war zwar nett abends auch mal zwei/drei andere Outfits dabei zu haben und sich nicht immer in die gleichen Klamotten schmeißen zu müssen, aber wirklich notwendig wäre das nicht gewesen. Die Vorstellung, das Ganze mal ohne viel Ballast nur mit einem minimal ausgestatteten Rucksack durchzuziehen klingt auch irgendwie verlockend. Und noch was (was wir eigentlich aber auch schon vorher wussten – hat sich nur wieder einmal neu bestätigt): auch wenn Du meinst jetzt geht gar nichts mehr und Du willst das schexxx Rad nur noch in den Graben pfeffern, Du Dich fragst was Du hier eigentlich machst und wer die total hirnrissige Idee hatte in diese verkacxxx Alpen zu fahren: es geht immer irgendwie weiter, und wir sind imstande viel mehr zu leisten als unser Kopf uns in vielen Momenten glauben lassen will – und das anschließende Gefühl nicht aufgegeben zu haben: unbeschreiblich. Last but not least: dass wir alle wundervolle Partner, Freunde und Familien haben die unsere Spinnereien nicht nur tolerieren sondern auch unterstützen! Danke ❤️

Jetzt ist die A-Ma-Da schon wieder zurück im Heimathafen, die Zeit ist wahnsinnig (und viel zu) schnell vergangen, aber wir sollten nicht all zu traurig sein, vielmehr dankbar dass wir sie zusammen verbringen durften. Wie einige von Euch schon passend formuliert haben: diese Erinnerungen kann uns niemand mehr nehmen!

Außerdem ist nach dem Spiel ja bekanntlich vor dem Spiel 😊 Natürlich fahren wir weiter zusammen Rad und hoffen auf einen goldenen Herbst mit vielen schönen Touren. Und bestimmt einigen Laufrunden, Spinningstunden, Schwimmeinheiten…

Pfürteich und arrividerci!

Anne, Marina und Dani

P.S.: Wenn Ihr mal eine ähnliche Route in bewegten Bildern verfolgen möchtet schaut Euch „Kesslers Expeditionen – mit dem Postrad über die Alpen“ an. Sehr empfehlenswert!
Hier noch ein paar Impressionen unserer Reise:

Aufregung vor dem Start

Schlimmste Bettwäsche der Tour

„Teamzimmer“ in Meran

Käsesuppe

Radfahrertattoos

Der Giro war auch schon da

Tourgepäck

Radfahrerbräune

Piazza-Frühstück

Finisher-Bootsausflug

Bike-Taxi zum Bahnhof

Endspurt! Aber schön langsam bitte…

Eins ist klar: das ist die abwechslungsreichste Reise die wir je unternommen haben – zumindest emotional. Allein der gestrige Tag: Diese Ungewissheit und Nervosität vor dem Start der Etappe, dann die Qualen und Selbtüberredungskünste am Berg, gefolgt von absoluten Glücksgefühlen an der Passhöhe, später wiederum abgelöst von zermürbenden Selbstzweifeln und Gedanken ans Aufgeben – nur um kurz danach in absolute Euphorie im Adrenalinrausch der Abfahrt zum so sehr herbeigesehnten Ankunftsort umzuschlagen 😳

Und heute ging es munter so weiter. Aufgrund der gestrigen Strapazen wollte heute niemand an eine längere Strecke auch nur im Ansatz denken, und ohne es überhaupt wirklich ausgesprochen zu haben war bereits entschieden dass wir heute nur die kurze „Ausweichetappe“, also den direkten Weg nach Riva del Garda fahren würden. Schön wenn man sich blind versteht ☺️ Nichts desto trotz waren es noch knapp 50 km, darin der (vergleichsweise niedliche) Passo del Ballino, aber auch der kann einem bei knapp 30 Grad mittags in praller Sonne und mit dicken Beinen vom Vortag ordentlich auf den Pinn gehen.

Weit aufreibender als der schweißtreibende Anstieg war aber heute das Wechselbad (im Gardasee 😉😝) der Gefühle… Einerseits die Freude darauf, das Ziel unserer Reise zu erreichen, andererseits schon auf den ersten Kilometern plötzliche Anflüge von Melancholie. Wie eigenartig, hatte ich an allen vorherigen Tagen den zunehmenden Kilometerstand auf meinem Tacho noch bejubelt („Oh,  super, schon xxx km“), war heute genau das Gegenteil der Fall („Oh, nee, schon xxx km“). Wir sind doch quasi eben erst in Garmisch losgefahren, und jetzt soll das alles schon wieder vorbei sein? Andererseits fühlt es sich gleichzeitig an als wären wir schon ewig auf dieser Reise – so viel gesehen und erlebt, das passt doch gar nicht alles in so ein paar Tage.

Nach zwei Dritteln der Strecke erreichen wir den Tennosee – so strahlend türkis dass wir da unbedingt eine Kaffeepause einlegen müssen. Wir ertappen uns dabei dass wir alle diese ganz schön in die Länge ziehen: keine von uns hat es besonders eilig weiterzufahren, man muss plötzlich ganz dringend noch ne Kleinigkeit essen, hier und da Fotos schießen, Blog-Kommentare und Facebooknachrichten beantworten … sind ja eh früh dran, was?! Irgendwann sind unsere Snacks aber dann aufgefuttert, Cappuccinotassen restlos ausgelöffelt und Wasserflaschen für die Weiterfahrt gefüllt, und es nutzt ja auch nix – wir müssen weiter.

Nur eine Wegbiegung später tut sich vor uns ein weites Tal auf und gibt den Blick auf den Gardasee frei. Wahnsinn. Schon wieder Gänsehaut in der Sommerhitze. Wie gut dass man beim Radfahren diese enorm großen Sonnenbrillen trägt. Wegen der Sonneneinstrahlung versteht sich. Und als Schutz vor dem Fahrtwind.  Und wegen der Viecher erst, tssss.

Der Rest des Tages ist flott erzählt: Fotosession am See machen, im Hotel einchecken, Upgrade auf Meerblick buchen, Radklamotten OHNE waschen in den Wäschesack gallern, Riva anschauen, auf die Ankunft anstoßen, Abendessen, Blog schreiben – und in Gedanken nochmal die letzten Tage Revue passieren lassen. Unser Fazit gibt’s dann morgen…

Nach uns die Sintflut