Epilog

Wenn die Tour de France schon einen Prolog hat können wir uns ja wohl auch einen Epilog gönnen 😁

Top-Wetter + ausgeruhte Beine + Urlaubstag + nicht akzeptieren wollen dass diese Reise einfach so aufhört =

Und nette Hügel gibt’s hier schließlich auch! 

Wenn Engel reisen

  • 5 Tage
  • 450 km
  • 5500 Höhenmeter
  • 2 Pässe (+ diverse kleinere nicht erwähnenswerte)
  • 4 Länder
  • Kein Sturz (außer 2 Umfaller von Marina wegen „Arschloch- Klickpedalen“)
  • Keine Panne
  • Keine Verletzungen (außer Marinas aufgeschlagener Knie vom Umfallen)
  • 3 glückliche Freundinnen die bereits neue Pläne schmieden

Was sind wir doch für Glückskinder. Alles hat reibungslos geklappt – abgesehen von einem von der Bahnmitarbeiterin bei Buchung nicht reserviertem Schlafabteil auf der Rückfahrt, was uns einige Diskussionen mit dem Personal beschert hat – aber zum guten Schluss hat man uns dann doch in das gebuchte 3-Quadratmeter-„Appartement“ gelassen. Wir sind nach der langen Rückreise zwar im wahrsten Sinne ordentlich gerädert 😝, aber da gibt es ja wirklich Schlimmeres.

Das Wichtigste: wir haben alles unversehrt überstanden: keine Ausfälle, keine Verletzungen, keine Defekte. Das Krasseste: während der Fahrt KEINE EINZIGE Wolke vor der Sonne, was uns in einigen Momenten gerade um die Mittagszeiten zwar auch dazu gebracht hat selbige in allen gerade greifbaren Formulierungen zu verfluchen, aber gegen Regen und wolkenverhangene Bergketten hätte das dann doch niemand von uns eintauschen wollen. Dank Lichtschutzfaktor 50 haben wir auch die langen Etappen tatsächlich durchweg ohne Sonnenbrand überstanden – nur bekloppte Ränder an Armen, Beinen und Händen werden uns noch ein paar Tage als Andenken bleiben. Aber auf die Radfahrerbräune ist man ja irgendwie auch ein bisschen stolz 😁 Verrückterweise ist uns am letzten Tag von Norden her eine Wolkenfront gefolgt, und nach Ankunft am Gardasee hatten wir noch etwa 10 Minuten Sonne bevor sich der Himmel zuzog und es sogar ein paar Tropfen geregnet hat 😳 Manchmal bin ich ja geneigt, nicht an Zufälle zu glauben… Dann schon eher an die positiven Energien die wir von so vielen von Euch über sämtliche erdenkliche Kommunikationswege empfangen haben! Danke Danke Danke für Euer Mitfühlen, Motivieren, Teilhaben und virtuelles Schulterklopfen, das war großartig!!

Gelernt haben wir natürlich auch was: viel Gepäck braucht’s eigentlich gar nicht – es war zwar nett abends auch mal zwei/drei andere Outfits dabei zu haben und sich nicht immer in die gleichen Klamotten schmeißen zu müssen, aber wirklich notwendig wäre das nicht gewesen. Die Vorstellung, das Ganze mal ohne viel Ballast nur mit einem minimal ausgestatteten Rucksack durchzuziehen klingt auch irgendwie verlockend. Und noch was (was wir eigentlich aber auch schon vorher wussten – hat sich nur wieder einmal neu bestätigt): auch wenn Du meinst jetzt geht gar nichts mehr und Du willst das schexxx Rad nur noch in den Graben pfeffern, Du Dich fragst was Du hier eigentlich machst und wer die total hirnrissige Idee hatte in diese verkacxxx Alpen zu fahren: es geht immer irgendwie weiter, und wir sind imstande viel mehr zu leisten als unser Kopf uns in vielen Momenten glauben lassen will – und das anschließende Gefühl nicht aufgegeben zu haben: unbeschreiblich. Last but not least: dass wir alle wundervolle Partner, Freunde und Familien haben die unsere Spinnereien nicht nur tolerieren sondern auch unterstützen! Danke ❤️

Jetzt ist die A-Ma-Da schon wieder zurück im Heimathafen, die Zeit ist wahnsinnig (und viel zu) schnell vergangen, aber wir sollten nicht all zu traurig sein, vielmehr dankbar dass wir sie zusammen verbringen durften. Wie einige von Euch schon passend formuliert haben: diese Erinnerungen kann uns niemand mehr nehmen!

Außerdem ist nach dem Spiel ja bekanntlich vor dem Spiel 😊 Natürlich fahren wir weiter zusammen Rad und hoffen auf einen goldenen Herbst mit vielen schönen Touren. Und bestimmt einigen Laufrunden, Spinningstunden, Schwimmeinheiten…

Pfürteich und arrividerci!

Anne, Marina und Dani

P.S.: Wenn Ihr mal eine ähnliche Route in bewegten Bildern verfolgen möchtet schaut Euch „Kesslers Expeditionen – mit dem Postrad über die Alpen“ an. Sehr empfehlenswert!
Hier noch ein paar Impressionen unserer Reise:

Aufregung vor dem Start

Schlimmste Bettwäsche der Tour

„Teamzimmer“ in Meran

Käsesuppe

Radfahrertattoos

Der Giro war auch schon da

Tourgepäck

Radfahrerbräune

Piazza-Frühstück

Finisher-Bootsausflug

Bike-Taxi zum Bahnhof

Endspurt! Aber schön langsam bitte…

Eins ist klar: das ist die abwechslungsreichste Reise die wir je unternommen haben – zumindest emotional. Allein der gestrige Tag: Diese Ungewissheit und Nervosität vor dem Start der Etappe, dann die Qualen und Selbtüberredungskünste am Berg, gefolgt von absoluten Glücksgefühlen an der Passhöhe, später wiederum abgelöst von zermürbenden Selbstzweifeln und Gedanken ans Aufgeben – nur um kurz danach in absolute Euphorie im Adrenalinrausch der Abfahrt zum so sehr herbeigesehnten Ankunftsort umzuschlagen 😳

Und heute ging es munter so weiter. Aufgrund der gestrigen Strapazen wollte heute niemand an eine längere Strecke auch nur im Ansatz denken, und ohne es überhaupt wirklich ausgesprochen zu haben war bereits entschieden dass wir heute nur die kurze „Ausweichetappe“, also den direkten Weg nach Riva del Garda fahren würden. Schön wenn man sich blind versteht ☺️ Nichts desto trotz waren es noch knapp 50 km, darin der (vergleichsweise niedliche) Passo del Ballino, aber auch der kann einem bei knapp 30 Grad mittags in praller Sonne und mit dicken Beinen vom Vortag ordentlich auf den Pinn gehen.

Weit aufreibender als der schweißtreibende Anstieg war aber heute das Wechselbad (im Gardasee 😉😝) der Gefühle… Einerseits die Freude darauf, das Ziel unserer Reise zu erreichen, andererseits schon auf den ersten Kilometern plötzliche Anflüge von Melancholie. Wie eigenartig, hatte ich an allen vorherigen Tagen den zunehmenden Kilometerstand auf meinem Tacho noch bejubelt („Oh,  super, schon xxx km“), war heute genau das Gegenteil der Fall („Oh, nee, schon xxx km“). Wir sind doch quasi eben erst in Garmisch losgefahren, und jetzt soll das alles schon wieder vorbei sein? Andererseits fühlt es sich gleichzeitig an als wären wir schon ewig auf dieser Reise – so viel gesehen und erlebt, das passt doch gar nicht alles in so ein paar Tage.

Nach zwei Dritteln der Strecke erreichen wir den Tennosee – so strahlend türkis dass wir da unbedingt eine Kaffeepause einlegen müssen. Wir ertappen uns dabei dass wir alle diese ganz schön in die Länge ziehen: keine von uns hat es besonders eilig weiterzufahren, man muss plötzlich ganz dringend noch ne Kleinigkeit essen, hier und da Fotos schießen, Blog-Kommentare und Facebooknachrichten beantworten … sind ja eh früh dran, was?! Irgendwann sind unsere Snacks aber dann aufgefuttert, Cappuccinotassen restlos ausgelöffelt und Wasserflaschen für die Weiterfahrt gefüllt, und es nutzt ja auch nix – wir müssen weiter.

Nur eine Wegbiegung später tut sich vor uns ein weites Tal auf und gibt den Blick auf den Gardasee frei. Wahnsinn. Schon wieder Gänsehaut in der Sommerhitze. Wie gut dass man beim Radfahren diese enorm großen Sonnenbrillen trägt. Wegen der Sonneneinstrahlung versteht sich. Und als Schutz vor dem Fahrtwind.  Und wegen der Viecher erst, tssss.

Der Rest des Tages ist flott erzählt: Fotosession am See machen, im Hotel einchecken, Upgrade auf Meerblick buchen, Radklamotten OHNE waschen in den Wäschesack gallern, Riva anschauen, auf die Ankunft anstoßen, Abendessen, Blog schreiben – und in Gedanken nochmal die letzten Tage Revue passieren lassen. Unser Fazit gibt’s dann morgen…

Nach uns die Sintflut


Ain’t no Mountain high enough?

Ooooh doch… Diverse sogar. Die von heute definitiv.

Reitsportkommentator Carsten Sostmeier hätte es wohl so formuliert: „Die Damen hatten schon beim Start einen brauen Strich in der Hose“ – und ihm wäre diesmal kein empörter Aufschrei entgegengeschlagen. Den Grund dafür seht Ihr hier:

Unser Übermut in Kombination mit einigen Gläsern Wein (gefährliches Duo) hatten am gestrigen Abend doch tatsächlich dazu geführt, für heute die „anspruchsvollere“ Route bis zum Molvenosee auszuwählen. Und klang doch eigentlich gar nicht schlimm: erst mal schööön flach auf einem Radweg immer der Etsch entlang bis Bozen, dann nur eine leichte Steigung bis nach Eppan, und danach das Highlight des Tages: hoch zum Mendelpass: 14km mit etwa 1100 Höhenmetern (das ist doch nur 3x Norbert! Schaffen wir!!). Dann Päuschen und ordentlich futtern, und anschließend gaaaanz entspannt etwa 40 km bis zum Fuße des Andalo-Sattels runterrollen, und die 800 Höhenmeter auf den letzten 20km bis zum Molvenosee machen den Kohl dann bestimmt auch nicht mehr fett. Hmm, wenn nur diese Gesamt-Höhenmeter-Zahl nicht wäre… Aaach, man braucht ja auch Herausforderungen im Leben -und auf ner Transalp.

Dennoch war uns allen ein klein wenig mulmig zumute beim Start heute früh – dabei lief die Sache bis zum Mendelpass wirklich gut: das Einrollen bis nach Eppan war herrlich entspannt, der Mendelpass (sorry, aber ist einfach so) hart aber geil, Mittagessen auf der Passhöhe nach der Anstrengung unfassbar lecker – aber ich glaub da hätte man uns auch trocken Brot vorsetzen können und wir hätten es mit Genuss verschlungen. Dann der lange Weg bergab – äh, FAST nur bergab… Unser Outdoor-Navi hatte zwar eine ganz wunderbare Strecke durch Wein- und Apfelbaumfelder für uns erdacht, aber es ging eben doch zwischenzeitlich seeeehr steil hoch, und auch extrem runter. Also alles andere als entspannt. Kurz vor dem Anstieg nach Andalo waren wir so fertig von zusätzlich Sonne, Wind und teilweise anstrengendem italienischen Verkehr, dass erst mal ne Kaffeepause in einer Trattoria angesagt war. Und gleichzeitig eine kleine Krisenbesprechung…

Hätte uns zu diesem Zeitpunkt jemand ein Bike-Taxi vor die Nase gestellt und für einen noch so horrenden Kurs einen Shuttle angeboten: wir hätten keine Sekunde gezögert. Laut Bedienung gab’s aber nur einen Bus, Abfahrt aus einem ein paar Kilometer entfernten Nachbarort in entgegengesetzter Richtung. Und um dorthin zu gelangen hätten wir uns kopfüber in die Blechlawine stürzen müssen die gerade direkt vor unserer Nase die Bundesstraße verstopfte. Hmpf. Auch blöd. Dahin fahren, auf den Bus warten, ungewiss ob der wirklich kommt und dann auch unsere Fahrräder transportiert?! Die Alternative: doch die restlichen 20km IRGENDWIE abreißen – leider 15km davon unaufhörlich 800 hm bergauf, und es war uns klar was das in unserer Verfassung bedeuten würde: mindestens 1,5 Stunden fiese Quälerei.

Nachdem wir das Mädel tatsächlich schon die Bus-Abfahrtszeiten haben checken lassen und uns mit ein paar Cappuccino wieder etwas aufgepäppelt hatten dann die rhetorische Bob-der-Baumeister-Frage: Können wir das schaffen? Antwort: Kette links und hoch da!

Und IRGENDWIE hat das dann funktioniert – auch wenn es weiß Gott nicht schön war  – nebenbei dämmerte es schon langsam und über der Brenta-Gebirgsgruppe hatte sich zu alledem auch noch ein kleines Gewitter zusammengebraut (das es im Gegensatz zu uns aber zum Glück nicht über den Berg geschafft hat), aber wir haben es dann doch rechtzeitig gepackt: kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir auf einer letzten kurzen Abfahrt noch ein paar gigantische Ausblicke auf den Molvenosee genießen dürfen, bevor es in unsere gebuchte Ferienwohnung und gleich darauf in die nächste Pizzeria ging.

Und nun sind wir einfach nur platt. Die Euphorie und Feierstimmung der ersten Minuten nach Ankunft sind – genau wie die Pläne, unseren Erfolg noch ordentlich zu begießen – verflogen, zwei Drittel von uns liegen auch schon im Bett, und das dritte tut es den beiden jetzt gleich, denn so langsam setzt auch das Sprach- und Schreibzentrum aus… Das war heute sicher nicht das heftigste was wir je gemacht haben – aber ein Platz auf dem Treppchen ist schon drin würd ich sagen.

Hier noch schnell ein paar Bilder, und nun aber: gute Nacht!

Empfehlung des Tages: krosse Rennradlerin vom Carbonspieß

Man nehme:
Drei Radlerinnen, möglichst nicht von der ganz mageren Sorte, setze diese auf den Carbongrill und lasse sie etwa drei Stunden in der Mittagssonne über 46 km bei etwa 800 Höhenmetern an der Kurbel drehen, bis sie von außen schön kross sind. Die Radlerinnen sind gar, wenn die Birne schön weichgekocht ist, auch gut daran zu erkennen dass sie sprachlich von völlig albernen Ausfällen langsam in immer stetigeres Stöhnen übergehen. 

Variante: Käse-Rennradlerin: dafür lasse man ein paar Radhandschuhe über drei Tage nie vollständig trocknen und ziehe sie vor dem Garvorgang über die Hände der Radlerinnen, dies verspricht ein ganz besonderes Aroma 😖

Was war das denn heute bitte? Irgendwie hatten wir uns gedanklich auf einen Erholungstag nach den zwei langen Strecken der letzten Tage eingestellt. Wenig Kilometer, kein Pass, daher vor der Abfahrt auch gar nicht mehr groß auf das Höhenprofil geguckt, außerdem uns beim Frühstücken in der Meraner Jugendherberge seeeehr viel Zeit gelassen (warum auch nicht, ist ja nicht weit!) und dann das: kurz hinter Meran ein nicht enden wollender Anstieg auf einer viel befahrenen Bundesstraße, dazu mittags in praller Sonne bei über dreißig Grad. Hilfe!!! Gut, „oben“ angekommen ging es dann über wunderschöne Dörfer der Südtiroler Weinstraße etwas entspannter und abseits der nervigen Bundesstraße weiter, aber dicke Anstiege (und nicht minder heftige Abfahrten) haben uns auch hier noch einmal einiges abverlangt. Mit beinahe letzter Kraft konnten wir uns zu unserer Pension in Tramin hochwuchten – die zu allem Übel auch noch herrlich am Hang gelegen ist 😖 Aaaaaber: hat einen Pool! Und der hat schon mal zumindest teilweise die Strapazen des Tages vergessen lassen. Und das ist auch gut so – wir müssen nämlich noch endgültig entscheiden welche der drei möglichen Routen wir morgen fahren – ich glaub das besprechen wir gleich mal bei ein/zwei Gewürztraminern…

Nimm das, Norbert!

Tag 2: Da schau her, es geht noch was: 130 km von Prutz nach Meran. Auf dem Weg: 3 Länder, 1 Pass und 3 Flachlandtirolerinnen die ordentlich Respekt vor der ersten größeren Herausforderung hatten: der Norbertshöhe auf dem Weg nach Nauders. Noch am Fuße des Berges prophezeite uns ein Mitarbeiter der Schweizer Zollstation (der seine Bude übrigens nur verlassen hatte weil wir uns in den spiegelnden Fenstern derselben noch kurz vom perfekten Sitz unserer Trikots überzeugen mussten – samt Posing versteht sich – bis Marina bemerkte dass da ja vielleicht jemand drin sitzen könnte): Na, do bin ich mol gsponnt ob’s Ihr immer noch so guat drauf seid’s wenn Ihr da nauf fahrt! Eine halbe Stunde und 500 Höhenmeter später konnten wir sagen: Ja, sind wir!! Eigenartigerweise wollte aber dann doch keine von uns nochmal runterfahren um ihm das eben mitzuteilen. 

Nachdem sich der furchteinflößende Norbert also eher als kleines Großmaul entpuppt hatte, ging es rasant bergab nach Nauders, dann in der Mittagshitze weiter hoch zum Reschenpass – von dem wir eigentlich auch noch ne ordentliche Schüppe erwartet hatten. Ja, war auch in der Tat sowas von heiß und auch steil und anstrengend, aber viel früher als erwartet tauchte am Horizont irgendetwas tief-türkisfarbenes auf: der Reschensee. Was für ein Anblick mit dem über 3900m hohen Ortler im Hintergrund, und das vor strahlend blauem Himmel! Die gestrige Gänsehaut beim Anblick der Landschaften wich heute mehr und mehr einem ungläubigen Kopfschütteln – soooo krass!!! 

Von nun an ging’s bergab, um es mal mit der Knef zu sagen. Aber wirklich nur im wörtlichen Sinne: über nun plötzlich sehr italienisch anmutende Örtchen mit schmalen Gassen und zugehörigem Verkehrschaos sowie den dazu passenden zeternden Teilnehmern ging es ins Vinschgau mit seinen endlosen Apfelbaumfeldern, Weinbergen und unzähligen Burgen, immer entlang der Etsch – ein so traumhafter Radweg übrigens, absolut empfehlenswert – bis ins mediterrane Meran, wo wir gerade bei Schlutzkrapfen, Schüttelbrot, Marillenknödeln und Forsterbräu den Tag Revue passieren lassen. 

Unser Fazit für heute: wir sind vollkommen geflasht von den ständig wechselnden Eindrücken dieser unfassbar abwechslungsreichen Landschaft, das müssen wir jetzt erst mal verarbeiten. Prost!

P.S.: Beine sind erstaunlicherweise super! 

Inntal bei Prutz




Reschensee


Tankstelle

Und überall frische, knackige… Äpfel.

Meran – nur noch runterrollen…

… und einkehren

I tat ja so gerna no schahauauhä, aaaaba des Raaaadl des rollt

Biker’s diary

25.8.16.: Erste Etappe

  • Kilometer: 120
  • Höhenmeter: 1330
  • Stunden im Sattel: 6
  • Mit Lichtschutzfaktor 50 nachgecremt: 3x
  • Verfahren: 2x
  • Umweg über Bundesstraße genommen weil Radweg gesperrt: 1x
  • „Oooohhh, wie schön“ zugebrüllt: 328x
  • Motorrad-Escorte zum verlorenen Inntal-Radweg erhalten: 1x

Was für ein Tag. Nicht dass wir solche Entfernungen nicht schon mal gefahren wären, und auch die Höhenmeter haben uns nicht wirklich in die Knie zwingen können, aber die Hitze… Wow! Heute früh noch bei recht angenehmen Temperaturen in Garmisch gestartet, dann in einem recht hoch gelegenem Tal entspannt dahingerollt, eine rasante Abfahrt nach Telfs genossen – und ab da dann der Hammer: um die dreißig Grad und von kühlender Brise nicht mehr all zu viel spürbar. Glücklicherweise ging es weitgehend über den (traumhaften) Inn-Radweg, herrlich durch schattige Wälder, immer am rauschenden türkisfarbenen Inn entlang mit grandiosen Ausblicken – allerdings auch mit einer Vollsperrung mittendrin da sich jemand die traumhafte Landschaft samt Inn-Brücke als letzte Kulisse für sein Leben erwählt hat. 

Zum Glück hatten wir ansonsten nur positive Erlebnisse: soo nette und hilfsbereite Leute an der Strecke (Anne: „Entschuldigung, können Sie uns sagen wo es zum Inntal-Radweg geht?“ Passant: „Joah, do huagendabem auffi in da niada foahrst oba in da oawi muasst do nei uand do nüaba uand do is“. Anne: 😳) und sogar einen „Buam“ der uns, statt eine Wegbeschreibung zu geben, einfach mit seinem Moped in Landeck vorausgefahren ist bis wir wieder auf Kurs waren. 

Okay, wir sind zugegebenermaßen ordentlich platt und ausgelaugt, und ich habe keine Ahnung was Beine, Hintern und der Rest des Körpers morgen dazu sagen werden wenn wir sie direkt wieder auf eine so lange Strecke wuchten, ABER: es ist landschaftlich wirklich so wahnsinnig schön hier dass man sich nach jeder Wegbiegung vor Gänsehaut schütteln möchte, hochsommerliche Temperaturen hin oder her. Ich freu mich schon auf die nächste Rutsche – auch wenn ich stark vermute dass zwei große Radler und ein Marillenlikör nicht unerheblichen Anteil an diesem Anflug von Selbstüberschätzung haben ☺️

Guade Nocht, schloft’s scheh! 

Ein bisschen gaga in GaPa


Wir sind da! Also zumindest physisch. In unseren Köpfen ist immer noch nicht ganz angekommen dass wir uns morgen tatsächlich auf unsere Räder schwingen und die Berge, die wir heute Abend um uns herum bestaunen, schon bald auf ganz besondere Weise zu spüren bekommen werden 😳 Aber zum Glück sind wir ja zu dritt und können uns alle Nase lang kneifen!


Garmisch-Partenkirchen hat uns anfangs zwar nicht grad vom Hocker gehauen, jetzt, wo wir die „Altstadt“ gefunden haben ist es aber doch recht idyllisch, wir haben hervorragend gegessen (und getrunken) und haben nun auch die nötige Bettschwere um hoffentlich gut und unaufgeregt durchzuschlafen. 


Die Anfahrt hat sehr gut geklappt, trotz dicker Rucksäcke und der Fahrräder im Schlepptau ist unsere kleine A-Ma-Da (Achtung! Vornamen-Wortspiel 😝) recht entspannt angekommen. Die Räder sind schon für morgen präpariert, Riegel gepackt und Ketten geölt, der Gepäcktransport organisiert – kann also losgehen!! 

Jetzt nur noch schnell nochmal die Route für morgen durchgehen… Ja, daaaa müssen wir irgendwo hoch… 

PACK MAS!!

Noch 5 mal schlafen…

Echt jetzt? Über ein halbes Jahr haben wir nun schon diese Reise geplant, von ihr geträumt,  sie gefürchtet und herbeigesehnt, und jetzt sollen es nur noch ein paar Tage sein bis wir tatsächlich losfahren? Kalender sagt: is so. (schluck)

Aber eigentlich besteht kein Grund zur Sorge: alles ist organisiert, wir haben ganz ordentlich trainiert, Energy-Gels sind gepackt, und wenn man der Wettervorhersage Glauben schenken darf erwartet uns ab Mitte nächster Woche ja auch noch eine ordentliche Rutsche Hochsommer (mein absoluter Albtraum von 5 Regen-Etappen bei herbstlichen Temperaturen wird sich tatsächlich nicht bewahrheiten. Puh.). Aber wie wird es wohl sein Strecken um die 100 km mit so fetten Höhenmetern abzureißen – und dann vor allen Dingen am nächsten Tag das gleiche nochmal zu machen? Und nochmal? Und nochmal? Genauer gesagt 5 mal? Werden wir bald wissen 🙂

Einer der letzten Punkte auf meiner Prae-Transalp-To-Do-List: einen Blog erstellen. Check! Wir werden von unterwegs aus in Bild und Schrift berichten, in erster Linie damit Freunde und Familie wissen dass wir noch leben und es uns (hoffentlich) gut geht, und vielleicht interessiert es ja auch die eine oder den anderen über welchen Pass wir uns gerade quälen oder in welchem Bergsee wir die malträtierten Waden kühlen.

Und was soll der bekloppte Blogname? Muss ich kurz ausholen: Vor knapp drei Jahren hatten Marina und ich auch schon mal eine verwegene Idee: wir laufen den Hermann (31,1 km durch den Teutoburger Wald vom Detmold nach Bielefeld)! Anne musste nicht lang überredet werden, und um unsere ausgedehnten vorfrühstücklichen Sonntagmorgenläufe zu organisieren musste schnell eine Whatsapp-Gruppe her. Dass wir Engel sind is eh klar ;), also war „Drei Engel für Hermann“ geboren… Und jetzt der Ötzi. Ja gut, wir fahren jetzt nicht GENAU durchs Ötztal, aber „Drei Engel für Andreas Hofer“ klang irgendwie doof und unser tiefgefrorener Freund war ja bestimmt auch nicht nur in dem einen Tal unterwegs.

Genug geschwafelt, es gibt noch einiges zu tun vor der Abfahrt nach Garmisch am Mittwoch, u.a. am Sonntag auch noch eine letzte Trainingseinheit auf der Büren-RTF. Hier daher nur schnell noch ein paar Hard Facts:

Unsere Route (For Beginners, ab Tramin leicht abgewandelt):

Tour1

Tagesetappen:

  • 25.08. Garmisch-Partenkirchen – Prutz, 110 km, 1370 hm
  • 26.08. Prutz – Meran, 125 km, 1280 hm
  • 27.08. Meran – Termeno (Tramin), 48 km, 760 hm
  • 28.08. Termeno – Molveno (über Mendelpass), 87 km, 2390 hm
  • 29.08. Molveno – Gardasee (über Idrosee), 105 km, 1750 hm

Bei den letzteren beiden besteht auch noch die Möglichkeit abzukürzen bzw. auf leichtere Routen auszuweichen… Wir werden sehen was die Beine so sagen 🙂

So, ich muss noch ein paar Müsliriegel backen. Bis dahin: Kette rechts!

Dani